Thüringer Wald: hier entdecken Sie Thüringen

Rückblick

Reise in die Vergangenheit

Hier erhalten Sie Eindrücke der vergangenen Sonderausstellungen, die seit 2020 im jährlichen Turnus in Kooperation mit unserem Partner ThüringenForst im Amtshaus stattfinden.

2021 | Im Garten der Mönche

21. März bis 31. Oktober 2021

Ausstellung im Amtshaus ThüringenForst in Paulinzella

Bis in das 18. Jahrhundert war das Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt dicht bewaldet. Zahlreiche Gewerbe nutzten Holz als natürliche Ressource, sodass die Forstwirtschaft als ökonomische Grundlage aus dieser Zeit kaum wegzudenken ist. Die Nutzung des Holzes war vielfältig – als Energiequelle für Hammerschmieden und Glashütten, zur Gewinnung von Holzkohle, Pott(-Asche) sowie Harz zur Pech- und Rußerzeugung und schlussendlich ebenso zur Nutzung im Handwerk, wobei es vor allem auf die Qualität der Hölzer ankam. Der Verkauf von Holz trug zusätzlich zur Ausbeutung der Wälder bei. Ständig zunehmender Holzmangel führte im 19. Jahrhundert schließlich zur Umgestaltung des Forstwesens.

Auch heute ist der Wald im Wandel und neue Risiken bedrohen dessen Artenzusammensetzung – Flora und Fauna gleichermaßen. Wassermangel und Schädlinge sind Beispiele für die Herausforderungen an die Wälder. Die Sonderausstellungen auf der Heidecksburg und in Kooperation mit ThüringenForst im Amtshaus Paulinzella sollten den Wandel der Wälder in den ehemaligen Gebieten des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt beleuchten und botanische Kostbarkeiten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt näher portraitieren. Die Ausstellungen zeigten die vielfältige Natur der eigenen Umgebung, sie sensibilisierten und begeisterten. Dabei waren es nicht absterbende Wälder, sondern die Kraft einer bunten Waldnatur, die in den Vordergrund gerückt wurde.

Die Weiß-Tanne prägte vor über 500 Jahren unsere heimischen Wälder, reiht sich jedoch heute in die Liste der seltenen Baumarten. Durch die vor Ort direkt erlebbare Nutzung dieses Baumes stand die Weiß-Tanne im Zentrum der Sonderausstellung in Paulinzella.

2020 | Im Verborgenen

Ausgrabungen im Kloster Paulinzella | 21. März bis 31. Oktober 2020

Eindrucksvoll erhebt sich die Ruine der romanischen Klosterkirche von Paulinzella in der Talaue und erzählt von der einstigen Größe und Bedeutung der Klosteranlage. Einige Klosterbauten wurden im Laufe der Zeit überformt, neu überbaut oder abgerissen. Mehrere Restaurierungen, denkmalpflegerische Maßnahmen, Baubefundungen und Ausgrabungen wurden auf dem Areal des Klosters Paulinzella durchgeführt und lassen die Geschichte dieser Anlage, die stets Anziehungspunkt von Reisenden, Dichtern und Malern gewesen ist, lebendig werden. Die letzte Baubefundung konnte mit der umfassenden Sanierung des Amtshauses vorgenommen werden, an der Klosterkirche selbst finden Sanierungs- und Sicherungsarbeiten statt.

Der Archäologie steht indes ein kleiner Helfer ungefragt zur Seite – der Maulwurf. Es lohnt sich, das Tier des Jahres 2020 näher zu beleuchten, denn sein Ruf ist oft schlechter als er sein müsste und selbst als »Hilfs-Archäologe« fördert er spannende Artefakte aus dem Erdreich. Die Sonderausstellung beleuchtete nicht nur das Fachgebiet der Archäologie anhand von Funden rund um Paulinzella, sondern spannte den Bogen zur Natur durch vielfältige Informationen rund um das Tier des Jahres 2020.